Ein aufrichtiger Entschuldigungsbrief an meine zukünftige Frau: Ich vermisse dich mein Schatz

Nie wieder möchte ich, dass du diesen Schmerz spürst. Ich vermisse dich, du bist meine Liebe.

Diesen Brief schreibe ich dir, weil du eine echte Entschuldigung verdienst. Mir war von Anfang an klar, dass ich dich verletzt habe. Jedoch erkannte ich nicht das Ausmaß des Schmerzes, weil meine Ängste, mein Stolz und mein Ego mich blendeten. Wenn ich daran zurückdenke, hätte ich die Warnschilder erkennen müssen. Ich hätte dich anrufen sollen, du hättest mich geholfen! Es ist einfacher um Hilfe zu bitten, als um Vergebung.

Ich war vollkommen egoistisch und falsch. Dir habe ich das Gefühl gegeben, respektlos mir gegenüber und unwichtig für mich zu sein. Auch wenn du versuchtest mich zu umarmen oder viele Male angeboten hast mir zu helfen, habe ich es nicht geschafft deine Liebe anzunehmen. Ich gab dir das Gefühl gegeben einsam und verlassen zu sein. Wir kannten uns beide in- und auswendig aber ich konnte dir nicht sagen, dass ich dich brauchte und wie ich mich fühlte. Ich entschied mich stattdessen zu lügen. Ich fing an zu lügen, um zu verheimlichen, wo und wer ich war. Du warst besorgt um die Sicherheit unsere Tochter, weil die Behörden sie wegbringen würde, wenn ich erwischt und verhaftet würde.

Das Schlimmste war, als ich mich entschied, deine Liebe nicht mehr anzunehmen und der Rückfall mit den Opiaten. Ich habe dich mit einer Pille betrogen. Ich erzählte ich hätte Schmerzen und sie betäubten mich, sodass ich dachte, es geht mir besser, aber das war nicht der Fall. Der Schmerz hatte gerade erst begonnen. Ich befand mich jetzt in einem gefährlichen Gebiet, als ich diese Substanz das letzte Mal nahm, war ich mit einem halben Fuß im Gefängnis.

Es passierte wie so oft ein Rückfall passiert. Ich habe jemanden von früher getroffen und bevor ich es bemerkte hatte ich bereits das Zeug in meiner Hand und das Verlangen war so groß, dass wir es gleich rauchten. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits in einer Phase, in der ich in meinem Kopf auf “auch egal jetzt” geschaltet habe. Es fühlte sich für ganze zehn Minuten gut an – ich rauchte zu viel auf einmal. Ich fing an mich zu übergeben und ich fühlte mich schlecht … und dein Bruder sah es.

Aus Scham bin ich nicht nach Hause gefahren, sondern zu meinem Bruder, der mir zuhörte. Ich fühlte mich schlecht und gleichzeitig benebelt und es machte mich krank zu wissen, dass ich gerade meine Träume zerstört habe.

Ich benutzte sein Badezimmer, um meine Sucht zu stimulieren. Jedes Mal, war mein Verstand eine Mischung aus Unruhe, Aufregung, Taubheitsgefühl und nach ein paar Runden habe ich mich wieder verletzt gefühlt. Mir war klar, dass ich nicht nur mich und meine 4 Jahre verraten habe, sondern auch dich. Ich wusste, dass das unangenehm wird.

Du wolltest nur, dass ich zu meiner Familie nach Hause komme. Ich hatte Angst und ich konnte nicht zulassen, dass du mich high siehst und ich war nicht in der Lage, dir in die Augen zu sehen, die voller Schmerz und Traurigkeit waren. Wir stritten am Telefon und gaben uns gegenseitig die Schuld für die Situation. Du hättest nie aufgeben, weil du mich so sehr geliebt hast.

Es wurde mir klar, dass ich aus dieser Hölle, die ich erschaffen habe, selbst herauskommen muss. Zwei Nächte war ich unterwegs. Mir war bewusst, dass ich es dir sagen musste – ich konnte es nicht ertragen mit dir zu streiten und dir ein Gefühl der Unbeliebtheit zu geben. Ich kam nach Hause und zum ersten Mal in meinem Leben übernahm ich die Verantwortung für meine Sucht.

In diesem Moment brach zum ersten Mal in meinem Leben die Kette des Rückfalls. Ich war ehrlich, weil es das Richtige war, nicht weil ich es tun musste.

Du sagtest, es sei okay, darüber war ich überrascht. Wir hatten einen Plan, aber ich habe mich nicht sofort daran gehalten und mir die Medikamenten besorgt, wie wir es besprochen hatten. Ich habe keine professionelle Hilfe in Anspruch genommen und nicht mit dir gesprochen. Ich habe unseren Plan nicht durchgesetzt.

Ich dachte, es würde mir wieder gut gehen. Ich weiß nicht, ob der Schmerz nachließ, oder was danach geschah – aber wenn ich mich einfach an unseren Plan gehalten hätte, hättest du nicht zusehen müssen, wie ich an dem Tag, an dem wir beschlossen eine Beziehungspause zu machen, ich aus der Tür ging.

Der schwierigste Teil von all dem war “Hey, ich bin Paul und ich bin süchtig”, das musste ich dir im Grunde genommen ins Gesicht sagen, mit unserem Baby in deinem Bauch und deiner Familie im Obergeschoss. Ein erbärmlicher Tiefpunkt in meinem Leben. Es war das Haus, in dem ich so ein schönes Weihnachten die letzten 2 Jahre hatte und in dem ich mich so aufgenommen gefühlt habe. Ich bin so dankbar, dass ich das alles erleben durfte und ich bin schrecklich darin, es zu zeigen. Mir ist völlig schleierhaft, wie ich trotz so viel Akzeptanz mich separierte.

All das entschuldigt nicht meine Handlungen, noch möchte ich damit Sympathie erheucheln. Ich möchte aber, das du meine Sicht verstehst. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich die Rolle des Vaters erfüllt habe. Es hatte mich monatelang aufgefressen. Ich stellte meine Fähigkeit in Frage, meine Tochter und zukünftige Frau zu versorgen, zu schützen und zu trösten. Wir hatten keine Zeit miteinander, uns umeinander zu kümmern, über alles zu reden, einander Liebe zu zeigen.

Ich habe das Schlimmste getan, was ich tun konnte. Ich habe es nicht getan, um dich zu verletzen und ich habe es auch nicht getan, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich habe es gemacht weil ich schwach war. Ich verschloss mich jedem in der Familie, weil ich verheimlichen wollte, dass ich einen Rückfall hatte, ich ließ jeden im Stich und konnte es niemanden sagen.

Ich bitte um Vergebung und kann verstehen, wenn du mir erstmal nicht Zeit mit unserer Tochter geben möchtest. Es ist absolut nachvollziehbar, wenn du Zeit brauchst und sehen willst, dass ich mich bessere. Ich glaube, dass eine Entschuldigung und Vergebung die ersten beiden Schritte sind. Der Rest kommt von meinen Bemühungen.

Ich werde vernünftige Versprechungen machen und ich werde das durchziehen. Die Versprechen, die ich mache, werde ich einhalten und dabei konsequent bleiben.

Ich bin absolut motiviert das wieder gutzumachen. Ich werde alles tun, was du dir von mir wünschst und das schließt Geduld und Mut mit ein. Ich weiß, dass ich es nicht verdiene. Ich werde das gleiche Feuer haben, dass ich hatte, als wir uns das erste Mal trafen, zusammen einzogen, und wir haben das erste Mal von unserer Tochter erfahren haben. Ich bin entschlossen, weil ich mir nie so viel Schmerz zugefügt habe, indem ich einen anderen verletzt habe.

Dieser Brief soll kein Schuldfreispruch sein, was ich hier versuche zu zeigen ist Reue. Ich werde dir das nie wieder antun. Das ist ein lebenslanges Versprechen. Ich werde keine illegalen Drogen nehmen – Opiate, Gras und ich werde ohne dich nichts trinken. Du musst dich schrecklich fühlen, wenn du weißt, dass ich all das getan habe.

Ich erwarte nicht, dass sich dadurch etwas ändert, aber ich hoffe so sehr, dass du mir verzeihst und wir das überwinden können. Egal, wie lange es dauert oder welche Prüfungen wir zu meistern haben.

Ich möchte dir gehören und weiter wachsen als die glückliche Familie, die wir gegründet haben, sowie die Zeit mit meiner besten Freundin und Liebhaberin verbringen. Genau wie damals, in denen ich den ganzen Tag in unserer fast leeren Wohnung wartete, würde ich darauf warten, dass du nach Hause kommst, nur um dich für eine halbe Stunde zu kitzeln und Zeit mir dir zu verbringen.

Ich liebe dich bis zum Mond und wieder zurück,
Paul

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